Mittwoch, 6. September 2023

Pause an der Villa Gjecaj

Nach der ermüdenden und nervigen Fahrt über die engen Serpentinen machten wir auf der Terrasse der Villa Gejcaj eine Brotzeit-Pause. 

Wir hatten einen schönen Rundumblick, freies WLAN und genehmigten uns ein Bier und eine Brotzeit. Günstig ist das hier leider nicht mehr, alles wird auf die nun zahlreichen Touris angepasst. Die Brotzeit lag bei 10€, die Bier bei 3€. Also durchaus deutsche Preise. Essen tatsächlich sogar teils teurer als bei uns.

Nichtsdestotrotz schmeckte es gut und die Bedienungen waren an regen Gesprächen auf Englisch interessiert. Auch der kleine Sohnemann oder was auch immer er ist, hatte sichtlich Spaß mit den Gästen.

Vor allem mussten alle Fragen zu Diego beantwortet werden, Haustiere und dressierte Hunde sind hier eher selten.

Nach dem Essen zogen wir weiter in Richtung Blue Eye, einem sehr schönen Wasserloch am Fuße eines Wasserfalls, welches wir morgen besichtigen wollen. 

Erstmal stand die Schlafplatzsuche an.

Überfahrt ins Theth-Tal

Ab jetzt ging es steil bergauf, aber noch immer auf Asphalt, von daher war alles locker machbar. Nur die Enge und die Fahrkünste der Einheimischen nervten etwas.

Zudem wunderten wir uns, wohin die denn alle wollten. Und so zeigte sich, das Theth mittlerweile komplett per Asphalt erreichbar war.

Christian war noch 2018 hier zum wandern und erzählte von den abenteuerlichen Kleinbussen (Schrottkisten) mit denen sie hier die Schotterpisten fuhren. Da war das Dorf Theth noch sehr leer, es gab zwei Autos und ein paar Wanderer.

Jetzt sieht das anders aus, der Tourismus erobert das Tal, Hotels werden gebaut und die Straßen alle geteert und ausgebaut.

Wir fuhren etwas durchs Dorf und besuchten dann das alte Hotel, in dem Christian 2018 nächtigte.

Die SH20 runter zum Skadar-See

Nach den Serpentinen ging es wieder bergab und bald zeigte sich schon der Skadar-See. In diese Richtung müssen wir erstmal, um dann Richtung Theth zu kommen.

Es gab mal wieder sehr schöne Ausblicke und unten angekommen nahmen wir eine Abkürzung durch die Siedlungen. Entlang der SH20 standen hier sehr viele Neubauten, teils konnte man von Villen sprechen. Scheint also eine Gegend der Besserverdiener zu sein.

Die Fahrt Richtung Theth Tal gestaltete sich dann aber wieder schwierig. Eine kleine Piste auf der viel Verkehr herrschte, ständig Kleinbusse und übermotivierte Einheimische. 

Wir schlängelten uns immer weiter Richtung Boga, dem letzten Dorf vorm Kammanstieg ins Theth-Tal.

Die Serpentinen von Rrapsh hinauf

Das Tal verließen wir Richtung Koplik über die Rrapsh Serpentinen, von denen man einen sehr schönen Blick zurück ins Tal hatte. Ein Paradies für Motorradfahrer, allerdings gelten im Tal auch immer Geschwindigkeitsbegrenzungen von 20-60km/h, je nach Kurven und Straßenbreite.

Oben gab es einen Aussichtspunkt, der allerdings auch gut besucht war.

Von Lepushë Richtung Koplik

Wir rollten die ersten Meter durch Albanien über eine enge aber sehr gut ausgebaute Straße, die sich langsam und kurvenreich die Berge hochzog.

Sofort stellte sich bei uns ein anderer Eindruck ein, es war hier kein Müll zu sehen, die Landschaft war wunderschön und die wenigen Bewohner schienen ihre Anwesen auch gut zu pflegen.

Die Staße SH20 schlängelt sich Richtung Südwest durch ein wunderschönes Tal mit steilen, sehr hohen Bergen. Unten fließt der Cemi Fluss mit einer sehr schönen türkisen Farbe.

Es gab kaum Verkehr, die Sonne schien und wir genossen die Fahrt mit den vielen tollen Ausblicken.



Heute nach Albanien

Nach dem Frühstück machten wir uns Richtung Albanien auf. Ziel ist heute das Theth Tal in den Albanischen Alpen.

Dieses ist nur über eine Straße erreichbar, die bisher ausschließlich aus Schotter bestand. Mittlerweile könnte sie auch geteert sein, so lauten Infos im Internet.

Aber zunächst fuhren wir zur Grenze. Hier gab es wieder das bekannte Spiel, aus Montenegro ausreisen mit Papierkontrolle und 100m weiter die Einreise ebenfalls mit Kontrolle. Wieder waren recht gemütliche Grenzposten tätig. Es dauerte eine Weile, bis unsere Kolonne aus fünf Fahrzeugen vor der Schranke überhaupt mal kontrolliert wurde.

Aber es lief alles ohne Probleme und wir waren im Albanien.

Windige Nacht - entspanntes Frühstück

Die letzte Nacht war trocken und recht windig, immer mal wieder trafen kleine Böen das Dachzelt. Wir hatten aber alles verspannt und somit keine Probleme. Vorteil ist natürlich, dass das Zelt heut morgen auch komplett trocken war, kein Kondens- oder Tauwasser drauf.

Wir konnten es daher zügig einpacken und entspannt nach einer kleinen Morgenwäsche am Wasserbecken ans Frühstück gehen. 

Die gekauften Brötchen wurden aufgebacken, die einheimische Salami dazu, etwas Fleischwurst und Tomaten. Auch Nutella darf nicht fehlen.

Nun sitzen wir noch bei Sonnenschein hinterm Wagen und ich blogge noch kurz, weil ich nicht weiß, wie später das Netz sein wird.

Heute wollen wir in die Albanischen Alpen nach Theth ins Tal, welches nur über eine wahrscheinlich holprige Schotterstraße zu erreichen ist.