Donnerstag, 7. September 2023

Abenteuerliche Abkürzung

Die Route Richtung Ziel am Meer zeigt 1:25 Std. für noch 40km Strecke. Vor uns staut sich der Verkehr und wir suchen nach Alternativen.

Also rechts ab, auf noch schmalere Straßen. Dann teils durch dicht bewachsene Schotterpisten. Google Maps gibt hier auf, wir wechseln auf OSM Karten.

Eine Brücke noch, dann können wir die Bergkette rauf zum Meer...

Und dann standen wir etwas schockiert davor. Die Brücke die wir vorfanden war eine sehr alte Hängebrücke aus Metall, die Fahrbahn bestand aus Holzbohlen, die teils locker waren. Alles wackelte und quietschte. Wir beide stiegen aus und gingen ein paar Meter auf die Brücke. Ein paar hochstehende Bohlen drückten wir herunter, sprangen mal auf und ab und diskutierten dann im Wagen über die Überfahrt. 

Kaum breiter als der Wagen war sie, aber die Straße und auch das Holz sah regelmäßig befahren aus. Wenn sie tatsächlich baufällig wäre, müsste sie ja schon eingestürtzt sein, so unsere ermutigende Theorie. :-)

Wir versuchten also unser Glück, auf den ersten Metern schon senkte sich die Fahrbahn dramatisch unter unserem Gewicht, es handelte sich ja um eine Hängebrücke. Wir fuhren weiter im Schritttempo, ich ließ einfach das Standgas laufen und unter lautem Quietschen und Knarzen hielt alles. Geschätzte 6 Meter ging es beidseitig runter, was ich ehrlich gesagt erst nachher auf den Videos sah, denn mein Blick beim Fahren richtete sich nur nach vorn. Der Puls war hoch und wir waren heilfroh, heile drüben angekommen zu sein.
 
Ein paar Fotos stammen von der Action-Cam auf dem Dach, die ich extra aktiviert hatte. Eine sehenswerte Aufnahme, vor allem mit der Geräuschkulisse dazu.

Kurzer Einkauf

Unsere Vorräte an Lebensmitteln und Bier neigten sich dem Ende und wir suchten einen Lebensmittelladen.

Auf der Strecke trafen wir auf einen Spar-Markt, der allerdings keine Gemüsetheke hatte. Anscheinend gibt es sowas hier nicht, denn an jeder Ecke wird Gemüse von den Einheimischen verkauft.

Gestärkt mit einem Stieleis und dem Einkauf fuhren wir weiter, hielten kurz mal für Tomaten und Kartoffeln und weiter ging es Richtung Meer.

Durchfahrt Shkodra

In Shkodra angekommen waren wir sofort im Chaos, zumindest könnte man den Verkehr so nennen. Alles ist ein Geben und Nehmen, da wird auch schon mal vierspurig aus einem Kreisverkehr abgebogen und alle müssen sich arrangieren. 

Natürlich ist man hier unter Dauerstrom, um den Verkehr zu beobachten, aber irgendwie war mir das lieber als diese Passstraße. Und es klappt ja auch erstaunlich gut. Wenn man es mit dem Verkehr in Deutschland vergleichen müsste, könnte man für alle Länder hier unten sagen, dass keiner egoistisch im Verkehr denkt. Wenn ich eine halbe Länge vorne bin, lässt man mich halt rein. In den vielen doppelspurigen Kreisverkehren schaut auch jeder auf den anderen, so dass alles flüssig vonstatten geht. In Deutschland ist oft nur die ICH-ZUERST-Mentalität vorhanden und nichts geht mehr...

Shkodra selbst hat sicherlich ein paar schicke Ecken, Einkaufstraßen gibt es auch mit kleinen Cafés und so weiter. Einladend für uns war es aber nicht unbedingt, zumal hier alle schon in zweiter Reihe parkten und das Chaos perfekt machten.

Wir fuhren also durch den Ort und wollten eigentlich hoch zur Burg, die auf einer Anhöhe steht. Aber nach einer Umrundung der Anhöhe fanden wir auf die schnelle keinen schönen Parkplatz mit Aufgang und wir hätten relativ weit laufen müssen. Bei sonnigen 30 Grad ließen wir das aus und bewegten uns weiter Richtung Süden zu einem möglichen Nachtplatz.

Abfahrt Richtung Shkodra

Nun ging es für uns wieder raus aus dem Tal, wieder die kilometerlange Serpentinen Straße rauf und auf der anderen Seite wieder runter.

Es wäre uns fast lieber gewesen, wenn es weiterhin eine Schotterpiste geblieben wäre, erst letztes Jahr wurde die Asphaltstraße fertig. Die vielen Albaner sind entweder todeswütig oder können kein Auto fahren. Dazu kommen dann noch die zahlreichen ausländischen Touristen.

Ich war zumindest froh, als wir nach über einer Stunde endlich wieder zweispurige Straßen fahren konnten.

Nun ging es nach Shkodra, einer großen Stadt am Skadar-See. Da wollen wir zumindest einmal durch und eine Burg ist auch zu sehen.

Das Blue Eye

Das "Blue Eye" im albanischen Theth-Tal ist mittlerweile DER Touristenmagnet und durch die asphaltierten Straßen ist ein Besuch aufmal für die Massen möglich. Wahrscheinlich bleibt dieser Ort nicht mehr lange so schön, wenn tagtäglich hunderte Touris diesen besuchen.

Aber wir waren ja früh dran und trafen vor Ort nur auf fünf ältere Wanderer, die sich noch kurz unseren Badeversuch anschauten und dann weiter zogen.

Da waren wir nur noch allein mit der jungen Einheimischen, die am Blue Eye Getränke verkauft. Zwei Dosen Tirana Pils nahmen wir danken ab.

Natürlich fragte sie Christian bezüglich Diego aus und war insgesamt sehr redefreudig. 

Das Blue Eye ist ein von einem Wasserfall gefülltes großes Becken. Es soll ca. 6-7m tief sein und ist glasklar und türkisgrün gefärbt. Absolut sehenswert, allerdings auch seeeehr kalt. Ich glaube ich war noch nie in einem so kalten Wasser, und eigentlich habe ich da so einige Bergflüsse hinter mir. Hier bekam man aufgrund der Schnappatmung aber kaum noch Luft. :-)

Für ein Foto im Wasser hat es aber gereicht. 



Wanderung zum Blue Eye im Theth-Tal

Nach dem Frühstück machten wir uns auf zum Parkplatz am Wanderweg, für den 3€ fällig sind, jeder will hier ja profitieren.

Immerhin war noch nichts los und wir marschierten los zum Blue Eye, ca. 2.8km das Tal hinauf.

Der Weg bestand vielerorts aus groben Geröll und Steigungen, machbar, aber für viele Touris schon grenzwertig. Der Ausblick war aber immer grandios.

Zwischendrin standen ein paar abenteuerlich zusammengezimmerte Hütten, die mit Wasser gekühlte Getränke verkauften.



Frühstück

Wir wurden nach dem schönen gemütlichen Abend zeitig um kurz vor Sieben wach und standen auf, denn wir wollten ja möglichst früh zum Blue Eye, um den Touristen zuvor zu kommen, die erstmal hinwandern oder über die Berge fahren mussten.

Also stand ein kleines Frühstück an und das Dachzelt konnten wir aufgrund des trockenen Wetters gänzlich ohne Tauwasser zusammenklappen. 

Wir beide hatten aber nicht optimal geschlafen, was vielleicht daran lag, dass unsere Köpfe im Zelt diesmal leicht unten lagen.